Wien Energie Grand Prix 2002

Im Jahr 2002 wurde vom 08. – 16. Juni das WTA-Turnier in Wien zum ersten Mal unter dem Namen Wien Energie Grand Prix ausgetragen. Da es sich bei dem Wettbewerb um ein Turnier der Kategorie III handelte, war die Setzliste naturgemäß nicht mit den allerbesten Spielerinnen besetzt. Dafür sind dabei einfach zu wenig Punkte zu holen. Dennoch befanden sich im Teilnehmerfeld einige Damen, die auch bei größeren Turnieren ein Wörtchen mitreden konnten.

seedings Silvia

Setzliste

Auf Platz 1 der Setzliste stand die Italienerin Silvia Farina Elia, die in ihrer Karriere immerhin 3 Einzeltitel auf der WTA-Tour erringen konnte und deren beste Platzierung in der Weltrangliste im Jahr 2002 ein sehr guter 11. Platz war.

Auf den weiteren Plätzen folgten die Usbekin Iroda Tulyaganova, Barbara Schett aus Österreich, Anna Smaschnowa aus Israel und Patty Schnyder aus dem Nachbarland Schweiz. Insgesamt mussten fünf Runden überstanden werden, um sich zur Siegerin zu krönen, wobei die an 1 und 2 gesetzten Spielerinnen ein Freilos in Runde 1 erhielten.

Zuvor gab es noch Qualifikationsspiele, in der auch einige Spielerinnen aus Österreich die Chance erhielten sich für das Hauptturnier zu qualifizieren.

Turnierverlauf

Patricia Wartusch griff diese Gelegenheit beim Schopfe und setze sich in der Qualifikation durch. In der ersten Runde schaffte sie dann gegen Neffa-de los Rios aus Paraguay einen knappen 2-Satz Sieg. Im Achtelfinale sollte es dann ganz Dicke kommen und sie musste gegen die an Nummer Eins gesetzte Italienerin antreten.

Patricia Wartusch

Vor dem Spiel als chancenlos eingestuft, wuchs die Innsbruckerin über sich hinaus, spielte unbefreit auf und gewann mit 7-5, 6-4. Doch da war die Reise noch nicht zu Ende. Im Viertelfinale schlug sie ebenfalls in zwei Sätzen die an Nummer 7 gesetzte Spanierin Torrens Valero mit 7-6, 6-3 und bewies besonders im ersten Satz große Nervenstärke. Der Traum vom österreichischen Triumph lebte und es machte sich Euphorie auf der Anlage breit.

Im Halbfinale war dann gegen Smaschnowa Endstation…leider gelang Wartusch keine weitere Überraschung und sie unterlag mit 3-6, 2-6 relativ deutlich. Nichtsdestotrotz eine fantastische Vorstellung, die sogar die Leistung von Barbara Schett, immerhin an Position 3 gelistet, überschattete. Für Schett war im Viertelfinale Schluss, nachdem sie in den Runden zuvor ihre österreichischen Kolleginnen Evelyn Fauth und Barbara Schwartz bezwingen konnte.

Im Finale standen sich die eben erwähnte Smaschnowa und Tulyaganova gegenüber. In einem, besonders im zweiten Satz, einseitigen Spiel konnte sich die Israelin mit 6-4, 6-1 durchsetzen und einen ihrer insgesamt 12 Titel auf der WTA-Tour einfahren. Bei so einem deutlichen Ausgang fragt man sich schon, ob die Überraschung des Turniers, Patricia Wartusch, nicht ebenfalls zum Triumph gekommen wäre. Aber sei es drum. Smaschnowa war die verdiente Siegerin und spielte in der Woche das beste Tennis aller Teilnehmerinnen.

Doppelkonkurrenz

Auch im Doppel wurde gespielt und dort gelang es einer Österreicherin tatsächlich das Turnier für sich zu entscheiden. Dreimal dürfen Sie raten, wem diese Ehre zu Teil wurde…. richtig, es war Patricia Wartusch, die gemeinsam mit der Ungarin Petra Mandula im Finale gegen die Deutsch-Österreichische Kombi, bestehend aus Jasmin Wöhr und Barbara Schwartz, den Doppeltitel des Wiener Energie Grand Prix 2002 mit 6-2, 6-4 gewann.
Was für eine Woche für Patricia Wartusch!